EWärmeG – Wärme­gesetz in BWHeizungstausch verpflichtet Eigentümer

Erneuerbare-Wärme-Gesetz ab 2008

Das EWärmeG BW ist ein Landes­gesetz in Baden-Württem­berg, das für Gebäude gilt, die vor dem 1. Januar 2009 errichtet wurden. Nach ei­nem Heizungs­tausch muss der Ei­gen­tümer fort­an Erneuerbare Energien bei der Wärme­ver­sor­gung ein­setzen.

Haben Sie zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 30. Juni 2015 Ihre Hei­zung aus­ge­tau­scht, sind Sie ver­pflich­tet 10 % Ihres Wärme­bedarfs durch Erneuerbare Energien zu decken. Das Wärmegesetz gilt für alle zen­tral beheiz­ten Wohn­gebäude ab 50 m² Wohn­fläche, also für Eigen­heime und Miets­häuser, aber auch für Wohn­heime, Pflege­heime, Alten­heime und ähn­liche Wohn­ein­rich­tungen.

EWärmeG ab 2015: Novellierung

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz ist no­vel­liert worden. Haben Sie eine neue Hei­zung ab dem 1. Juli 2015 – also (recht) ak­tuell – ein­bauen las­sen, müs­sen Sie nun mit 15 % Er­neu­er­baren En­er­gien hei­zen.

Außerdem gelten die neuen Vor­schriften jetzt auch für Nicht-Wohn­ge­bäude wie Hotels, Schulen, KiTas, Praxen, Restaurants, pri­vate und öff­ent­liche Büro- und Ver­wal­tungs­gebäude mit mehr als 50 m² Nutz­fläche.

Wir möchten Sie im Weiteren gerne über die An­for­de­rungen in­for­mier­en und Ihnen Wege auf­zei­gen, wie Sie die Vor­gaben des EWärmeG für Ihren Altbau besonders günstig reali­sieren.


Wie Sie das Wärmegesetz in BW erfüllen

Sie haben die Wahl zwischen dem Ein­satz von Biogas sowie Bioöl, Wär­me­pum­pen, So­lar­ener­gie, Pellet- oder Holz­heizungen. Alter­na­tiv kön­nen Sie Ihr Haus auch be­son­ders effi­zient däm­men, eine Heizungs­an­lage mit Kraft-Wärme-Kopplung oder eine Pho­to­vol­taik-Anlage in­stal­lier­en. Ist Ihr Haus an ein Fern-/Nah­wärme­netz an­ge­schlos­sen, er­fül­len Sie die Vorgaben ggf. bereits.

Sie können die ge­nan­nten Erfüllungsoptionen im EWärmeG 2015 auch mit­ein­ander kom­bi­nier­en. Eine weitere Option stellt der Sa­nier­ungs­fahr­plan dar – eine in­di­vi­du­el­le en­er­ge­tische Bera­tung zu Ihrem Haus.

Empfehlungen bei der Sanierung der Heizanlage

Fall A: Sie stehen kurz vorm Heizungstausch?

In­for­mieren Sie sich über alle Er­füllungs­­optionen. Sinn­voll ist hier der San­ier­ungs­­fahr­plan. Dabei werden Sie in­dividuell über die opti­male Ver­sorgung auf­ge­klärt und reduzieren gleich­zeitig den vorgeschriebenen Einsatz von Erneuerbaren Energien um ⅓ (5 %).

Fall B: Ihre Heizungsanlage wurde bereits gewechselt?

Erfüllt das neue Heizsystem die An­forderungen nicht gänz­lich, ist ein zu­sätz­licher Wärme­­schutz im­mer denk­bar. Bei einer neu in­stal­lier­ten Gas­­therme ist Bio­gas für ⅔ (10 %) eine gün­stige Alter­na­tive.

Einfache Lösung im EWärmeG 2015

Wir raten aus Kostengründen zum Ein­satz von 10 % Biogas (mit 90 % Erd­gas­an­teil) in einer neu­en Gas­hei­zung. Dabei sind keine zu­sätz­lich­en In­ves­ti­tionen zu tätigen, da keine tech­nische Um­rüst­ung der Gas­heiz­anlage er­fol­gen muss.

Be­rech­nen Sie kosten­frei Ihren Gas­preis mit un­se­rem Preisrechner. Klimakönner – Ihr Biogas-Anbieter für Baden-Württemberg.

Ein Tarif – EWärmeG in BW erfüllt

Um im neuen Erneuerbare-Wärme-Gesetz 2015 die rest­lich­en 5 % zu er­füllen, em­pfeh­len wir den Sanierungs­fahr­plan als ein­fache und güns­tige Er­gänz­ung.

Sie haben Fragen zu unserem Angebot rund um das Wärme­ge­setz in Baden-Württemberg? Rufen Sie uns gerne an: 0251 27601 440.

 

EWärmeG BWEmpfohlene Erfüllungsoptionen
2008 Bestellung Biogas (10 %)
2015 Bestellung Biogas (10 %) +
Erstellung eines Sanierungsfahrplanes (5 %)

eKomi - Kundenauszeichnung
4,9/5
dena Biogasregister

Die Erfüllungsoptionen für Wohngebäude

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz gilt als besonders tech­nologie­­offen, da den Eigen­­tümern einige Mög­lich­keiten zur Er­füllung der Auf­lagen be­reit ste­hen. Auch Kombi­nationen der ver­schie­denen Er­fül­lungs­opt­ionen sind i. d. R. zu­lässig. Eine Be­rechnung des Er­fül­lungs­grads er­folgt in An­lehnung an den An­teil am Energie­­bedarf, der durch die Tech­n­o­logie gedeckt wird. Die Be­wertung von Wär­me­schutz- und Ersatz­­maß­nahmen wird in Äqui­valenz dazu vor­ge­nommen.

Bereits durch­­geführte Maß­­nahmen können häu­fig eben­­falls geltend ge­macht werden. Auch ein spät­er­er Wech­sel zu einer anderen Er­füllungs­­option ist möglich, in­sofern diese den An­­forder­ungen ent­spricht und die untere Bau­­rechts­­behörde durch die Vor­lage eines ent­sprech­enden Nach­weises in Kennt­­nis ge­­setzt wurde. Beim EWärmeG han­delt es sich um eine Dauer­­pflicht, die auch nach dem Wech­sel des In­ha­bers der Im­mo­bi­lie noch Be­stand hat und regel­mäßig über­prüft wird.

Mehr zu den Erfüllungsoptionen …

Zusammenfassung der Möglichkeiten
  • Sanierungsfahrplan

    Der Sanierungs­fahr­plan BW ist eine ener­ge­tische Vor-Ort-Be­ra­tung, die von einem aus­gebil­deten Energie­ex­per­ten durch­ge­führt wird um dem Haus­in­ha­ber mög­liche Ein­spar­poten­tiale auf­zu­zeigen. Pas­sen­de Sa­nie­rungs­mög­lich­keiten werden vor­ge­schlagen und do­ku­men­tiert. 5 % des Wärme­ge­setz­es aus 2015 sind be­reits er­füllt, ohne dass die Vor­schläge um­zu­setzen sind.

  • Biogas in Gasheizung

    Der Ein­satz von ein­em 10 %-Bio­gas­misch­pro­dukt (90 % Erd­gas) in einer Gas­heizung gilt als sozial­ver­träg­liche ⅔-Er­fül­lung. Zur Ein­haltung der Richt­linien muss le­dig­lich eine "normale" Gas-Brenn­wert­heizung instal­liert werden, die eine ther­mische Leis­tung von 50 kW nicht über­schreitet (~ 6-Familien­haus). Vor Ort wird weiter­hin Erd­gas ver­brannt, es handelt sich ledig­lich um eine vir­tuelle Be­liefe­rung ohne tech­nische Um­rüstung. Eine Kombi­nation mit einer an­deren Option ist für die letzten 5 % er­for­der­lich. Zu em­pfehlen ist hier der Sa­nier­ungs­fahr­plan.

    Wichtig: Achten Sie beim Ab­schluss eines Ver­trags darauf, dass es sich um zer­ti­fi­zier­tes Bio­gas handelt (nicht um Klimagas/Ökogas) und der Lie­fer­ant Ihnen den rich­tigen Nach­weis zu­sendet. Von Dis­counter­ange­boten und Bonus­modelle ist ganz ab­zu­raten, da diese sich als ex­treme Preis­fallen ent­puppen können.

  • Bioöl in Ölheizung

    Mit dem Ein­satz von Bio­öl in einer mo­dernen Öl­hei­zung, wie bspw. einem Brenn­wert­gerät, können 10 % des Ge­setzes teil­erfüllt werden. Wichtig ist da­bei, dass das Heiz­gerät zur Ver­brennung von Bio­öl ge­eignet ist und der Brenn­stoff der Bio­masse­­strom-Nachhaltig­keits­­ver­ord­nung ge­recht wird. Die wei­ter­en 5 % müssen durch eine an­dere Option er­reicht werden.

  • Solarthermie

    Die In­stal­lation einer ther­mischen Solar­an­lage zur Warm­was­ser­be­rei­tung und Heizungs­unter­stützung er­mög­licht die voll­ständige Er­füllung des EWärmeG. Dafür muss bei einem Ge­bäude mit 1-2 Wohn­ein­heiten eine Kol­lektor­fläche von 0,07 m² je m² Wohn­fläche mon­tiert werden. Re­du­zierte Richt­werte er­geben sich bei Wohn­häus­ern mit mehr Ein­heiten und beim Ein­satz von effi­zienteren Vakuum­röhren­kollektoren.

  • Holzzentralheizung

    Mit der In­stal­la­tion einer Holz­zentral­heizung, die mit fester Bio­masse wie Scheit­holz, Holz­pellets oder Holz­hack­schnitzeln be­trieben wird, sind die Vor­ga­ben voll­stän­dig ein­ge­hal­ten – zu­meist so­gar über­er­füllt. Bei An­lagen, die einen Gas- oder Öl­kessel inte­griert haben, muss der Holz­kessel 15 % des Wärme­energie­bedarfs bereit­stel­len.

  • Wärmepumpe

    Durch den Ein­satz einer Wärme­pumpe kann das Ge­setz kom­plett er­füllt werden. Dafür muss eine mit Strom be­triebene Pumpe eine Jahres­arbeits­zahl (JAZ) von 3,50 und eine auf Brenn­stoff ba­sier­ende Pumpe eine Jahres­heiz­zahl (JHZ) von min­destens 1,20 er­reichen. Beide Werte ge­ben das Ver­hält­nis von ein­ge­setz­ter Ener­gie zu er­zeug­ter Ener­gie wider.

  • Einzelraumfeuerung | Ofen

    Eine voll­ständige Er­füllung ist auch mit Einzel­raum­feuerungs­anlagen möglich. Dazu muss ein Kachel-, Pellet- oder Grund­ofen Wärme für 30 % der Wohn­fläche pro­du­zieren oder wasser­führend sein, also das zentrale Heiz­system unter­stütz­en. Pellet­öfen müssen einen Wir­kungs­grad von 90 % auf­weisen, bei allen an­deren ge­nügt ein Wert von 80 %.

  • Baulicher Wärmeschutz

    Um ein­zelne Dämm­maßnahmen am Dach, im Keller oder der Außen­wand an­rechnen zu können, müs­sen alle Bau­teile um bis zu 20 % besser ge­dämmt sein, als es in der Energie­einspar­verordnung für Ge­bäude im Be­stand vor­ge­geben ist. Der U-Wert be­schreibt da­bei die Qua­lität der Däm­mung.

    Dach­dämmung: Durch eine effi­ziente Dach­dämmung kann ein er­heb­licher Energie­einspar­effekt er­zielt werden, wes­halb eine voll­ständige Gesetzes­erfüllung mög­lich ist. Da­bei ist die An­zahl der Voll­geschosse ent­scheidend. Für Wohn­ob­jekte bis zu vier Voll­geschossen müssen Schräg­dächer einen U-Wert von 0,192 W/m²K und Flach­dächer von 0,16 W/m²K er­reichen.

    Keller­decken­dämmung: Die Däm­mung der Keller­decke ist relativ ein­fach um­zu­setzen und als Teil­er­fül­lung an­er­kannt, wenn ein U-Wert von 0,24 W/m²K er­reicht wird. Bei Fuß­boden­auf­bauten liegt der ge­for­derte Min­dest­­wert bei 0,40 W/m²K. Decken, an­grenz­end an Außen­­luft, müssen 0,192 W/m²K nach­­wei­sen kön­nen. Der Er­füllungs­grad wird durch die An­zahl der Voll­ge­schosse be­stimmt.

    Außen­wand­dämmung: Wenn mit der Däm­mung der Außen­wände ein U-Wert von min­destens 0,192 W/m²K er­reicht wird, kann diese Maß­nahme das EWärmeG aus Ba­den-Würt­tem­berg voll­ständig er­füllen.

    Ganz­heitliche Däm­mung: Auch die ganz­heit­liche Däm­mung kann als Ersatz­maß­nahme an­er­kannt werden. Dabei wird der Trans­missions­wärme­ver­lust des Be­stands­ge­bäudes er­fasst. Die zur Er­füllung rele­vanten Werte sind ab­hängig vom Alter des Hauses. Für die Er­fassung sollte un­be­dingt ein Energie­be­rater heran­ge­zogen werden.

  • Ersatzmaßnahmen

    Photo­voltaik: Als Ersatz­maß­nahme ist die Strom­er­zeugung über eine Photo­voltaik-Anlage an­er­kannt. Der Strom kann dabei selbst ge­nutzt oder ins Strom­netz ein­ge­speist werden. Die An­lage muss zur voll­stän­digen Rea­li­sier­ung der Vor­gab­en eine Leis­tung von 0,02 kWp pro m² Wohn­fläche oder mehr auf­weisen. Ge­ringere Leis­tungen können teil­an­ge­rechnet werden.

    Kraft-Wärme-Kopp­lung: Eine Heizungs­an­lage mit Kraft-Wärme-Kopp­lung, die einen Gesamt­wirkungs­grad von min­destens 80 % be­sitzt, gilt als Ersatz­maßnahme. Wenn 15 kWh Strom pro m² Wohnfläche im Jahr erzeugt wird, erfüllt eine Kleinan­lage mit bis zu 20 kW elek­trischer Leis­tung die Vor­schrif­ten voll­kom­men. Eine an­teilige An­rech­nung ist mög­lich.

    Wärmenetz: Der An­schluss an ein Nah- oder Fern­wärme­netz gilt im EWärmeG als Ersatz­maß­nahme. Dafür muss das be­liefernde Netz 50 % Kraft-Wärme-Kopplung, 15 % Erneuer­bare Ener­gien oder 50 % Ab­wärme zur Energie­gewinnung nutzen.

Heizungsbauer & Co. – Akteure im EWärmeG

Alle Fach­be­triebe, die am Aus­tausch der Hei­zungs­vor­rich­tung be­teil­igt sind, wie bspw. der be­auf­tra­g­te Heiz­ungs­bauer, werden als Sach­ver­ständige dazu ver­pflichtet, den Eigen­tümer über die Nutz­ungs­pfl­icht sowie die mög­lich­en Um­setzungs­maß­nahmen zu in­for­mieren. Nach Ein­bau des neuen Heiz­sys­te­ms muss der Haus­eigen­tümer dem Be­zirks­schorn­stein­feger Be­scheid ge­ben. Die­ser legt dann dur­ch die Ab­nahme den Ter­min der Neu­in­be­trieb­nahme fest und über­mittelt die­sen der zu­stän­di­gen Bau­behörde. Diese kon­trol­liert den Haus­eig­ner.

Die Nachweispflicht des Eigentümers

Der Haus­eigen­tümer ist ver­pflichtet, der für ihn zu­stän­digen unteren Bau­rechts­be­hörde einen Nach­­weis über den Einsatz von Erneuer­­baren Energien vor­zu­legen. Ein­zu­rei­chen ist dieser in­ner­halb von 18 Monaten nach Einbau der neuen Heizanlage. Wird dieser Pflicht nicht nach­­ge­kom­men, können Straf­zahlungen verhängt werden. Bestand­teile des Nach­weises sind ein Deck­blatt mit Infor­mationen über das Gebäude, sowie ein Form­blatt über die gewählte Erfüllungs­option. Auch eine Bestätigung des Sach­­kun­di­gen, i. d. R. des Heizungs­­bauers, sowie ggf. des Brenn­­stoff­­lieferanten sind vom Im­mo­bi­lien­in­haber ein­zu­holen und ein­zu­reichen.

Hinweis: Bei (Ver)Miet­­objekten ist der Haus­eig­ner ver­pflichtet, im internen Ver­hält­nis mit seinen Mietern die ggf. notwendige Nutzung von Bio­öl bzw. -gas sicher zu stellen.
Behördensuche im EWG

Der Nachweis ist 18 Monate nach Einbau der neuen Heizung einzureichen.

Nachweise-Vordrucke …

Finden Sie die Kontaktdaten der zuständigen Baurechtsbehörde mit unserer Suche:

  • Nachweis einreichen
  • Ansprechpartner für Fragen
  • Härtefall beantragen
  • Entscheidungs­instanz in Grenzfällen

Befreiung & Ausnahmen für Wohngebäude

Haus­in­haber müssen dem Wärme­ge­setz aus Baden-Württem­berg ge­recht wer­den, auch wenn das Wohn­gebäu­de ver­mietet oder ver­pachtet ist. Glei­ches gilt für Wohnungs­eigen­tümer in einer Eigen­tümer­ge­mein­schaft mit einer zen­tralen Heiz­an­lage. Auch bei Erb­bau­be­rech­tigten ent­fällt die Nutz­ungs­pflicht nicht, da sie für eine be­stimmte Zeit Halter des ent­sprechen­den Wohn­hauses sind.

Ausgenommen von der Pflicht sind alle nach dem 1. Januar 2009 gebauten Häuser, sowie Wohngebäude

  • mit einer Wohn­fläche unter 50 m².
  • mit einer Nutz­ung von weniger als 4 Mon­aten im Jahr, also v. a. Ferien­häuser.
  • mit einer begrenzten Nutz­ung (z. B. in den Sommer­monaten) – aller­dings nur, falls der er­war­tete Energie­ver­brauch unter ¼ des zu er­war­tenden Ver­brauchs bei ganz­jähriger Nutz­ung liegt.
  • bei denen keine der Er­füllungs­opt­ionen aus tech­nischen, bau­lich­en, denk­mal­schutz- oder son­stigen öffent­lich-recht­lichen Grün­den um­setz­bar ist. Die Denk­­mal­­eigen­­schaft eines Eigen­heims führt nicht auto­matisch zum Ent­­fallen der For­der­ung nach Er­neu­er­baren Ener­gien. Hier muss genau ge­prüft werden, in­wie­fern eine Aus­nahme be­an­tragt werden kann.

Ein form­loser An­trag auf Be­frei­ung kann außer­dem ge­stellt wer­den, wenn un­billige Härte, d. h. eine un­zu­mut­bare Be­las­tung, vor­liegt. Dies muss aber be­legt werden.

Eine Sonder­regel­ung gibt es für Wohn­ge­bäude­kom­plexe. Wenn alle Wohn­­ge­bäude im räum­­lichen Zu­sammen­­hang stehen und Eigen­tum der­selben Per­son sind, können Maß­nahmen des einen Ge­bäudes auf ein an­deres Ge­bäude an­ge­rechnet werden. Dieses zweite Haus muss aber zwingend zum selben Ge­bäude­­komplex ge­hören, mit dem sanier­ten Bau ver­­gleich­­bar und selber nicht von dem Zwang be­troffen sein. Jede um­­ge­setzte Maß­nahme darf nur ein­mal an­ge­rechnet werden.

Es wird nur die be­nötig­te Wärme­energie be­rück­sich­tigt, d. h. eine ggf. vor­handene Kühl­ung bleibt un­be­achtet. Das EWärmeG in Baden-Würt­tem­berg aus 2015 greift außer­dem nicht bei

  • zen­tralen Heiz­an­lagen, die weniger als 50 % der Energie für Heiz­ung und Warm­wasser liefern.
  • un­ab­hängigen Trink­wasser­er­wärmern (Boiler und Durch­­lauf­­er­hitzer) und Etagen­heiz­ungen.
  • An­lagen, die ein Wärme­netz ver­sorgen und aus­ge­wech­selt werden müssen. Denn hier hat der End­ver­braucher keinen Ein­fluss auf die Mo­der­ni­sierung der An­lage, weil er nicht Eig­ner der An­lage ist.
  • An­lagen, die ein Wärme­netz ver­sorgen aber bei denen das Netz, die ab­nehm­enden Wohn­ob­jekte und die An­lage im Ei­gen­tum der­selben Per­son sind. Diese Aus­nahme greift aller­dings nur bei An­lagen, deren Wärme­lei­stung für den Ener­gie­be­darf von Heiz­ung und Warm­wasser mehr als 1.500 kW be­trägt.

Be­heizt eine zen­trale Heiz­­anlage mehrere Alt­bau­ten, gilt die For­der­ung für alle diese An­wesen, egal wo die Heiz­anlage un­ter­ge­bracht ist.

Die Vor­schriften gel­ten nicht, wenn nur nicht zen­trale Teile der Heiz­ung, bspw. der Heiz­ein­satz oder der Ka­chel­mantel eines zen­tralen War­m­luft­kachel­ofens ge­wech­selt werden. Legt je­doch ein Eigen­tümer seine Alt­heizung still und lässt sich an ein Wärme­netz an­schlie­ßen, muss das Netz den An­forder­ungen des Er­neuer­bare-Wär­me-Ge­setz ge­nügen.

Hin­weis: Der Aus­nahmen-Kata­log orien­tiert sich am Ver­hält­nis zwischen CO2-Ein­­spar­­po­ten­tial und wirt­schaft­lichem Auf­wand. In Grenz­fällen sollten Sie immer den Dia­log mit Ihrer zu­ständigen Bau­rechts­behörde suchen. Diese kann Ihnen eine de­tail­lierte, in­divi­duelle und ver­bind­liche Aus­kunft geben. Bei Nicht-Wohn­ge­bäu­den stel­len übri­gens Hal­len zur Lager­ung, Fer­tigung und Mon­tage eine häu­fige Aus­nahme dar.

FAQ zum Erneuerbare-Wärme-Gesetz

  • Nur ein Teil meiner Heizanlage wurde getauscht. Was nun?

    Sie müssen die Norm er­füllen, so­bald ein zen­traler Wärme­er­zeuger – also üblich­er­weise der Heiz­kes­sel – ge­tauscht wurde.

  • In welche Regelung falle ich?

    Der Zeit­punkt des Hei­zungs­tausches ist ent­schei­dend: Vor dem 1. Juli 2015 fal­len Sie in das alte Wärme­ge­setz von 2008. Ab dem 1. Juli 2015 gilt für Sie die neue Ver­sion aus 2015.

    Da­rüber hin­aus gibt es eine Über­gangs­regel­ung, die viel­leicht auf Sie zu­trifft: Bei einer Auftrags­er­teil­ung beim Heiz­ungs­bauer bis zum 31. Mai 2015 und einem Heiz­ungs­einbau zwischen dem 1. Juli 2015 und dem 31. Oktober 2015 darf die alte Vor­schrift aus 2008 ange­wendet wer­den. Übergangsregelung

  • Wann gilt eine Immobilie als Nicht-Wohngebäude?

    Die Ein­teilung in Wohn­gebäude und Nicht­wohn­ge­bäude richtet sich nach der flächen­mä­ßig über­wiegenden Nutz­ung. Ein­richt­ungen, die zum dauer­haften Woh­nen be­stimmt sind, wie auch Wohn-, Alten- und Pflege­heime, gel­ten als Wohn­gebäude. Bei Häusern, welche ge­mischt ge­nutzt werden, gilt: Über­schreitet der gewerb­liche Nut­zen der Flä­che 50 %, so zählt der Bau als Nicht­wohn­ge­bäude. Bei­spiele hier­für sind Schulen, Kinder­gärten, Büro­ge­bäude und Rest­au­rants.

  • Was ist bei einem Gewährleistungsfall der Heizung?

    Wenn Ihr Heiz­kessel nach dem 1. Januar 2010, aber vor dem 1. Juli 2015 neu in­stal­liert wurde und dann nach max. 5 Jahren als Ge­währ­leistungs­fall wie­der aus­ge­tauscht wer­den soll, liegt ein Härte­fall ge­mäß EWärmeG 2015 vor. Zu er­füllen sind dann die bis dato be­reits zu er­füll­enden An­forder­ungen des Er­neuer­bare-Wär­me-Ge­setzes 2008; zu­min­des­tens falls kein An­trag auf Be­freiung ein­ge­reicht und ge­nehmigt wur­de.

Weitere Fragen zum Wärmegesetz

  • Kann ich die Erfüllungsoption im Nachhinein noch ändern?

    Ja, eine Än­derung ist jeder­zeit mög­lich. Wich­tig ist nur, dass die neue Er­fül­lungs­var­iante den Ge­setzes­an­for­der­ungen ent­spricht und der un­teren Bau­rechts­behörde ein Nach­weis vor­gelegt wird.

  • Was passiert, wenn ich gegen die Nutzungspflicht verstoße?

    Ver­stöße gegen die Er­füllungs-, Nach­weis- oder Hinweis­pfl­icht können mit Geld­bußen bis zu 50.000 bzw. 100.000 € be­straft wer­den. Die un­tere Bau­rechts­be­hörde kann da­rüber hin­aus die Vor­lage von Nach­weisen oder die Er­for­der­nis zur Nutz­ung Er­neuer­bare Ener­gien ver­waltungs­recht­lich an­ordnen.

  • Warum gibt es in BW diese Vorgaben?

    Knapp ¼ der Treib­­haus­­­gas­­­emissionen in Baden-Württem­berg sind auf die Warm­­­wasser­­­bereitung und das Hei­zen zurück­­zuführen – ein Groß­­teil davon fällt auf den Ge­bäude­­­bestand. Die Landes­­regierung hat in ihrer Koalitions­­verein­­barung fest­­gelegt, die Energie- und Klima­­politik neu aus­­zu­­richten. Zen­trales Ele­ment ist das Klima­­schutz­­gesetz, das am 17. Juli 2013 be­schlossen wurde. Das Ge­setz legt verbind­­liche Ziele zur Treib­­haus­­gas­­minderung fest. So soll der CO2-Ausstoß des Lan­des bis 2020 um min­destens 25 % und bis 2050 um 90 % sin­ken.

    Das Wärme­ge­setz soll dazu bei­tragen, diese Ziele zu er­reichen, indem es den An­teil Er­neuer­barer Ener­gien an der Wärme­ver­sorgung bei Ge­bäu­den im Be­stand deut­lich er­höht und da­durch den CO2-Ausstoß senkt.

  • Gibt es in Deutschland weitere Wärmegesetze?

    Ja. Deut­sch­land möchte seine Zie­le zur CO2-Re­duk­tion er­reichen. Im Be­reich der Wärme­­versorgung von Bau­wer­ken unter­schied­lich­ster Art ist das CO2-Ein­­spar­­potential enorm. Des­halb soll zum einen der End­­energie­­ver­brauch ge­senkt und zum an­deren der Ein­satz von Erneuer­­baren Ener­gien ge­stei­gert werden. Um eine effi­zien­tere Ver­sorgung zu er­reichen, sind in Deutsch­­land die Energie­­einspar­­verordnung (EnEV) und das Erneuer­bare-Ener­gien-Wärme-Ge­setz (EEWärmeG) er­lassen wor­den. Diese Ge­setze ver­pflichten die Eig­ner von Neu­bauten zu einer öko­­logi­­scheren Ver­­sorgung. Beide Be­stim­mun­gen sollen im Ge­bäude­­energie­­gesetz zusammen­­gefasst werden, das je­doch noch nicht über den Refe­renten­­entwurf hin­aus ge­kommen ist.

    Des Wei­teren gibt es in Thü­ringen, dem Saar­land und Nord­rhein-West­falen eben­­falls Pläne zur Ein­­führung eines Wärme­ge­setzes auf Länder­­ebene für den Be­stands­bauten.

    Die „Grünen“ haben Ende 2015 einen Ent­wurf in den Bundes­­tag ein­ge­bracht, der eine bundes­­weite Regel­ung nach dem Vor­bild aus Baden-Würt­tem­berg im Rahmen des EEWärmeG vor­sieht. Der Vor­schlag ist im Bundes­­ausschuss u. a. durch die Stim­men der CDU/CSU und der SPD zu­nächst ab­ge­lehnt worden. Die SPD möchte in naher Zu­kunft eine ei­gene Aus­ar­beit­ung vor­legen.

Weitere Fragen …