Einzelraumfeuerung | Ofen

Vollständige Erfüllung
Relevante Paragraphen:
Anerkennung:§ 5.1, 5.5
Definition Biomasse:§ 3 Nr. 10
Kombinationen:§§ 11.6 5.5 Satz 3
Sachkundiger:§ 3 Nr. 11
 
Nachweiserbringung nach § 20:
Vorlage für untere Baurechtsbehörde

Einzelraumfeuerung im EWärmeG

Einzelraumfeuerungsanlagen sind Holz­einzelöfen, die vor­ranging einen ein­zelnen Raum beheizen – bspw. ein Kachel­ofen im Wohn­zimmer. Für die Er­fül­lung des Erneuerbare-Wärme-Gesetz sind nur Öfen rele­vant, die die Wärme über einen läng­eren Zeit­raum ab­ge­ben und so längere Feuerungs­zyklen erlauben. Da­durch müs­sen die Öfen seltener be­laden werden und Immis­sionsschutz­rechtliche Vor­gaben (1. BImSchV) werden stets ein­gehalten. Bereits instal­lierte Feuerungs­anlagen werden be­rück­sichtigt.

Der verwendete Ofen muss 30 % der Wohn­fläche über­wiegend be­heizen oder mit einer Wär­me­tasche Wärme an das zentrale Heizungs­system ab­geben (= wasserführend). Kachel­öfen und Putz­öfen werden nur an­erkannt, wenn sie über einen Kamin- bzw. Heiz­ein­satz mit einem Wirkungs­grad von 80 % verfügen. Für Grundöfen gibt es keine Vorgaben, da sie die Anforder­ungen normaler­weise über­treffen. Es muss feste Biomasse als klima­freundlicher Ener­gie­träger verfeuert werden, also natur­belassenes, gestückeltes Holz wie Hackschnitzel, Scheit­holz, Reisig und Zapfen. Pelletöfen können ebenfalls eingesetzt werden, jedoch müssen diese einen 90 %-igen Wirkungsgrad vorweisen. Hierbei ist die DIN EN 14785: 2006-09 in Ver­bindung mit der Berichtigung 1:2007-10 zu be­achten. Offene Kamine, Kamin­öfen und Schweden­öfen sowie Holz­feuer­ungen in Raumheizern sind nicht anrechenbar.

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Eine anteilige Erfüllung (bspw. wenn nur ein kleinerer Teil der Wohnfläche durch einen Ofen beheizt wird) ist im Wärmegesetz nicht möglich – d. h. es können nur die gesamten 15 % erfüllt werden oder nichts. Ausnahmen sind Öfen, die bis zum 30.06.2015 verbaut wurden. Diese können zu 10 % angerechnet werden, wenn sie mindestens 25 % und weniger als 30 % der Wohn­fläche über­wiegend be­heizen. Der Erfüllungs­grad liegt dann bei 66,67 % (⅔). Eine Kombi­nation mit einem Sanierungs­fahrplan ist in diesem Fall gut denkbar.

Gängige Kombinationen: Sanierungsfahrplan

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Stand der Technik – Ofen-Varianten der Einzelraumfeuerung

Die Einzelraumbefeuerung findet, wie der Name schon andeutet, Anwendung für die Beheizung von großen Räumen oder kleineren, offenen Wohnungen. Eingesetzt werden hierbei Kachel­öfen, Kamin­öfen aber auch moderne Pellet­öfen. Diese genannten Varianten geben Ihre Wärme in Form von Strahlungs- und Konvektions­wärme ab, welche in der Regel nur die direkt benach­barten Räume erreicht und somit nicht zur Be­heizung eines gesamten Hauses dient.

Ein Kachelofen hat gegenüber Kamin­öfen den Vor­teil, dass die Wärme über einen längeren Zeit­raum gespeichert wird und auch nach Ende des Brenn­vorgangs an den Raum abgegeben wird. In einem Heiz­einsatz (Brenn­kammer) wird wie bei den Kamin­öfen das Brenn­material zugeführt. Diesem Brenn­raum sind dann einige keramische Heiz­züge nach­geschaltet, die dafür sorgen, dass eine möglichst große Wärme­menge an die umgebene Speicher­masse (Schamott­stein) abgegeben wird. Die erwärmten Steine geben dann ihre Wärme über einen großen Zeit­raum an den Raum ab. Warmluftkachelöfen arbeiten zusätzlich mit dem Prinzip der Wärme­konvektion. Durch eine Öffnung strömt kalte Raum­luft in das Innere des Ofens, wird dort erwärmt und dann durch weitere Öffnungen an den Raum zurückgeführt.

gekachelter Grundofen

Durch diese Arbeits­weise kann der Warm­luft­kachel­ofen schnell und wirt­schaft­lich Wärme abgeben. Bereits in die Jahre gekommene Kachel­öfen sollten auf die Effizienz des Heiz­einsatzes geprüft werden. Oft sind Heiz­einsätze verbaut, die nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und einen deutlich zu geringen Wirkungs­grad aufweisen. Der Einbau eines modernen Heiz­einsatzes führt dazu, dass die vor­ge­schriebenen gesetzlichen An­forderungen eingehalten werden und eine Wirkungs­grad­steigerung auf 85 % und höher erreicht wird. Diese Effizienz­steigerung spart eine erhebliche Menge an Brenn­stoff ein und schont die Umwelt durch eine schad­stoff­arme Verbrennung.

Der Unter­schied zwischen Grundofen und Kachelofen besteht in der Optik, im Auf­heiz­verhalten und in der Speicher­masse. Während klassische Kachel­öfen, wie der Name schon sagt, mit Kacheln verkleidet sind, welche zusätzlich einer gewissen Wärme­speicherung dienen, sind Grund­öfen meistens gemauerte, verputzte Öfen. Der größte Anteil der Wärme­leistung entsteht durch Strahlungs­wärme. Aufgrund des besonders massiven Speicher­kerns haben Grund­öfen ein sehr träges Wärme­verhalten. Die Aufheiz­phase dauert in der Regel mehrere Stunden, bis die Wärme spürbar ist. Jedoch können sie die Wärme enorm lange speichern und abgeben – bis zu 24 Stunden nach dem Brenn­vorgang – und gelten deshalb als Wärme­speicher­öfen. Sowohl Grund­öfen, als auch Kachel­öfen werden in den Raum individuell hineingebaut und setzen neue Akzente, lassen einen neuen Haus­mittel­punkt entstehen, teilen Räume und schaffen Sitz­bänke und Regal­flächen.

Hinweis: Häufig wird ein Grund­ofen auch als Kachel­ofen oder Putz­ofen bezeichnet. Gemeint ist immer ein Ofen, in dem kein Rost eingehängt ist und das Holz direkt auf dem Grund des Schamott­steins (auf dem Boden) brennt. In diesem Zusammen­hang meint die Bezeichnung Kachel­ofen dasselbe Prinzip, bezieht sich aber auf die Optik des Grund­ofens, der rundum oder nur zum Teil gekachelt ist. Ist das Äußere verputzt, heißt ein Grund­ofen in manchen Regionen Putz­ofen.

Beigestellter Kaminofen mit Holz
Ein Kaminofen ist häufig ein bei­gestellter Ofen; kann aber auch in gemauerter Form installiert werden. Beide Varianten dienen, wie oben beschrieben, der Beheizung von einzelnen Räumen. Die Brenn­räume bestehen meistens aus feuer­beständigen, wärme­speichernden Schamott­steinen, denen das Brenn­material manuell zugeführt werden muss. Die bei der Ver­brennung entstehenden Abgase werden über das nach­geschaltete Ofen­rohr in den Schorn­stein geführt. Die Rück­stände der Verbrennung fallen in der Regel durch einen Rost in einen Auffang­behälter und können dort entnommen werden. Der Schwedenofen ist eine besondere Form des Kamin­ofens. Während moderne Kaminöfen oft mit Schamott­steinen als zusätzliche Wärme­speicher verkleidet sind, bestehen Schweden­öfen in der Regel vollständig aus Guss­eisen oder Stahl­blech. Offene Kaminöfen entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Wie der Name schon sagt, wird die Feuer­stelle weder durch eine Glas­scheibe, noch durch eine Tür vom Raum getrennt. Die nutzbare Wärme­energie liegt nur etwa bei 20-30 %. Der größte Anteil wird ungenutzt über den Rauch­abzug abgeführt. Weitere Nach­teile gegenüber geschlossenen Kaminen sind die mögliche Brand­gefahr durch Funken­flug und eintretende Abgase in den Raum. Eine wesentlich effizientere Nutzung ist der nach­trägliche Einbau eines Heiz­einsatzes in den offenen Kamin.

Vorsicht: Kamin- und Schweden­öfen werden aufgrund des geringen Wärme­speichers und den daraus folgenden hohen Luftschadstoff­belastungen im EWärmeG nicht anerkannt.

Ein Pelletofen wird vom Prinzip her genau wie ein Kamin­ofen installiert und dient ebenfalls der Beheizung von einzelnen Räumen. Als Brenn­stoff wird allerdings kein Stück­holz eingesetzt, sondern Holzpellets. Der Pellet­ofen ist mit einem Vorrats­behälter ausgestattet, in den die Pellets eingefüllt werden. Anders als bei der manuellen Bestückung des Kamin­ofens, werden die Pellets automatisch, meistens über eine Förder­schnecke, dem Brenn­raum zugeführt. Dieser ist mit einem Zünd­draht und einem elektronisch gesteuerten Gebläse ausgestattet. Die Entzündung und Regulierung wird durch eine Steuerung koordiniert und kann bei modernen Pellet­öfen auch zeit­gesteuert durchgeführt werden. Der Vorteil gegenüber dem Kamin­ofen ist die leichtere Hand­habung mit dem Brenn­stoff und die wesentlich einfachere und effizientere Steuerung der Verbrennung.

Hinweis: Der Preis für einen Grundofen ist abhängig von den örtlichen Installations­gegebenheiten, individuellen Gestaltungswünschen und der Leistung des Ofens. In der Regel sollten Sie min. 5.000 € inkl. Montagekosten einkalkulieren. Warmluftkachelöfen und wasserführende Kachel­öfen sind je nach Ausstattung und Ofenleistung bereits ab 2.500 € erhältlich. Der Anschaffungspreis für einen einzelnen Pelletofen ohne Pufferspeicher beginnt bei ca. 1.500 €. Wasserführende Geräte zur Heizungsunterstützung sind mit Preisen ab 4.000 € deutlich teurer und können durch die BAFA gefördert werden.

Wasserführender Ofen in Kombination mit Gas- oder Ölheizungen

Einzel­raum­feuerungen können, wie auch die Zentral­befeuerungs­anlagen, mit einem Wärme­tauscher ausgestattet sein. Dieser Wärme­tauscher ermöglicht, dass ein Teil der Wärme des Ofens auch an das Wasser des Heizungs­systems übertragen und bspw. in einen Puffer­speicher eingespeist werden kann. Für die Deckung des restlichen Wärme­bedarfs und auch für die Warm­wasser­bereitung in Zeiten, in denen der Holz­ofen nicht in Betrieb ist, bietet sich die Kombi­nation mit einer Öl- oder Gasheizung an. Die Unter­stützung des Holz­ofens spart so eine nicht unbeacht­liche Menge Öl oder Gas ein.