Holzzentralheizung

Vollständige Erfüllung
Relevante Paragraphen:
Anerkennung:§ 5.1
Definition Biomasse:§ 3 Nr. 10
Kombinationen:§ 11.1, 11.2 Satz 1, 11.4
Sachkundiger:§ 3 Nr. 11
 
Nachweiserbringung nach § 20:
Vorlage für untere Baurechtsbehörde

Holzzentralheizung im EWärmeG

Wenn eine neue zentrale Holzheizung – beispielsweise mit Scheitholz, Holzhackschnitzeln oder Holzpellets – im Altbau betrieben wird, setzt man voll­ständig auf feste Biomasse. Der Einsatz von 15 % Erneuerbaren Energien, und damit die Anforderung nach dem EWärmeG, wird weit übertroffen und somit (über)­erfüllt. Mit dem ausschließlichen Heizen mit Holz ist man in der Regel auf der sicheren Seite.

Besteht eine Anlage jedoch aus mehreren Kesseln, z. B. wenn eine Holzheizung mit einem Gas- oder Ölkessel kombiniert wird, muss der Holzkessel zur vollständigen Erfüllung des Gesetzes 15 % des Wärme­energiebedarfs decken.

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Wird weniger als 15 % des Energiebedarfs erreicht, ist eine anteilige Anrechnung in Kombi-nation mit einer an­deren Er­fül­lungs­option möglich. Denkbar wäre bspw. eine solarthermische Unter­stützung. In der Praxis deckt eine zentrale Holz­heizung in der Regel aber den gesamten Wärme­bedarf ab – zumindestens deutlich mehr als die geforderten 15 %.

Gängige Kombinationen: Solarthermie

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Stand der Technik – Zentralbefeuerung mit Holz

Eine Holzzentralheizung ist von den Eigen­schaften im Gegensatz zu Einzelraumfeuerungen dafür ausgelegt, den Wärme­bedarf für die Beheizung des gesamten Wohn­raums und auch der Trink­wasser­erwärmung zu liefern. Unter­schieden werden kann nach drei Kessel­arten: dem Natur­zug­kessel, dem Holz­vergaser­kessel und dem Hack­schnitzel- oder Pellet­kessel. Alle Kessel­typen geben über einen einge­bauten Wärmetauscher, die bei der Ver­brennung entstandene Wärme an das Heizungs­wasser ab. Aufgrund des trägen Regel­verhaltens von Holz­heizungen (Holz brennt weiter, auch wenn genug Wärme vorhanden ist), wird ein Pufferspeicher benötigt, welcher die über­schüssige Wärme zwischen­speichert. Dieser Puffer­speicher kann ebenfalls mit einem Trinkwasserspeicher kombiniert werden, um so auch die Warm­wasser­bereitung durch die Holz­heizung durchzuführen.

Kesseltypen der Holzheizung

Naturzugkessel werden in der Regel mit Stück­holz beheizt und lassen sich über eine Zug­luft­klappe, welche mit einem Thermostat gesteuert oder per Hand eingestellt werden kann, regeln. Von allen Holz­zentral­heizungen haben Natur­zug­kessel aufgrund ihrer nur schwierigen Regel­barkeit den schlechtesten Wirkungs­grad. Holz­vergaser­kessel sind daher zu bevorzugen.

Aufgrund einer voll­ständigeren Ver­brennung gegenüber den Natur­zug­kesseln, haben die Holzvergaserkessel einen deutlich höheren Wirkungs­grad und zudem noch geringere Emissions­werte. Der Holz­vergaser­kessel arbeitet ebenfalls mit Stückholz als Brenn­stoff. Die Ver­brennung läuft allerdings in ver­schiedenen Prozess­schritten ab. Zunächst kommt es zu einer Brenn­stoff­vergasung, wobei die flüch­tigen Stoffe aus dem Holz ausgasen. Die zweite Stufe ist die Gas­verbrennung, bei der die aus­getriebenen Gase des Holzes verbrannt werden.
Roter Pelletkessel

Der Verbrennungs­prozess findet unter Einsatz eines elektronisch gesteuerten Gebläses statt, welches die vollständige Verbrennung ermöglicht und somit einen sparsamen Betrieb ge­währ­leistet. In Kombination mit einem Puffer­speicher kann ein Holz­vergaser­kessel ideal als alleiniges Heiz­system eingesetzt werden.

Hackschnitzel- und Pelletkessel werden wie Öl- oder Gas­heizungen nahezu automatisch be­trie­ben. Mithilfe einer Förder­schnecke oder einer Saug­verbindung wird der Brennstoff (Hack­schnitzel oder Pellets) automatisch aus dem Lager­raum in den Kessel befördert. Wie auch bei dem Pellet­ofen für die Einzel­raum­befeuerung arbeitet der Holz­hack­schnitzel- bzw. Pellet­kessel mit einem Zünd­draht und einem elektronisch geregelten Gebläse. Lediglich die Wärme­übertragung unter­schei­det sich. Die entstehende Wärme wird nun nicht über Strahlung und Konvektion an die Um­ge­bungs­luft abgegeben, sondern über einen Wärme­tauscher an das Wasser im Heizungs­system übertragen. Auch bei den Hack­schnitzel- oder Pellet­kesseln empfiehlt sich die Kopplung mit einem Puffer­speicher, um einen effizienten Betrieb der Anlage zu gewährleisten.

Auch moderne Holz­heizungen sind in der Regel mit Brenn­wert­technik ausgestattet. Mehr zur Brennwerttechnik …

Hinweis: Die durch­schnittlichen Preise einer Pellet­heizung liegen je nach Ausstattung zwischen 12.000 € und 20.000 €. Holz­hack­schnitzel-Heizungen kosten zwischen 15.500 € und 25.000 € und Holz­vergaser-Heizungen zwischen 8.000 € und 13.000 €. Zu beachten sind neben Förder­gelder aber auch noch die Montage­kosten. Angebot für eine Holzzentralheizung kostenlos anfragen …

Holz als Brennstoff

Der Brenn­stoff Holz wird als Stückholz, als Hackschnitzel oder auch als gepresste Pellets eingesetzt. Im Erneuerbare-Wärme-Gesetz muss das einge­setzte Holz der Biomasseverordnung entsprechen.

Scheitholz

Als Stückholz (auch Scheitholz genannt) wird Brenn­holz bezeichnet, welches bereits fertig auf eine in der Regel einheitliche Länge von 25 cm oder 33 cm geschnitten und gespalten ist. Für größere Holz­heizungen wird natürlich auch ein längeres Stück­holz angeboten. Unterschieden wird hierbei nach frischem Holz und bereits getrocknetem. Je nach Holz­sorte und Lager­ort, benötigt frisch geschlagenes Holz etwa 1 bis 2 Jahre zum Trocknen, wobei der Feuchtig­keits­gehalt dann unter 20 % liegen sollte. Angeboten wird Stück­holz in der Regel als gestapelter Raummeter oder auch als Schütt­raummeter. Ein Schütt­raummeter entspricht in etwa dem 0,7-fachen eines Raummeters (zu beachten beim Preisvergleich).

Holzhackschnitzel

Hackschnitzel werden mit schneidenden Werk­zeugen maschinell hergestellt. Produziert werden Holz­hack­schnitzel aus Wald- und Industrie­rest­holz, Sägenebenprodukten, aber auch aus Holz von Durch­forstungs- und Landschafts­pflege­maßnahmen. Sie lassen sich nur gut lagern wenn sie ausreichend trocken sind, da sie sich sonst mit der Zeit zersetzen. Um die Qualität und Kennwerte der Hack­schnitzel wie bspw. den Wasser­gehalt oder die Schnitzel­größe zu gewährleisten, gilt für Hack­schnitzel die Europäische Norm EN 14961.

Holzpellets
Wie die Holzhackschnitzel unterliegen auch die Holzpellets einer Norm und zwar der ISO 17225-2. Diese Norm regelt alle wichtigen Eigenschaften wie Länge, Durch­messer, Heizwert oder Wassergehalt der Pellets. Das Roh­material zur Herstellung von Holz­pellets sind in der Regel Abfall­produkte aus der Holzverarbeitung, bspw. in Säge- oder Hobelwerken. Die Holz­reste werden zunächst getrocknet und der Feuchtig­keits­gehalt wird dabei auf ca. 8 % gesenkt. Anschließend werden die einheitlich zerkleinerten Späne in der Pelletier­anlage unter hohem Druck zusammen­gepresst. Der Haupt­bestand­teil Lignin des Holzes ermöglicht das Verpressen des Holzes ohne Zugabe von chemischen Binde­mitteln. Während des Press­vorgangs entsteht aufgrund des hohen Drucks Wärme. In Kombination mit der restlichen Feuchtig­keit im Holz wird das Lignin klebfähig und sorgt somit für die Form­stabilität. Die Lieferung von Holz­pellets kann je nach Bedarfs­menge als Sackware oder aber bei großer Abnahme mit einem speziellen Silo­wagen erfolgen. Im Internet finden Sie zahlreiche Händler die Sie regional, aber auch deutschland­weit mit Stück­holz, Hack­schnitzeln und auch mit Holz­pellets beliefern.

Hinweis: Durch die Befeuerung mit Holz kann viel Feinstaub freigesetzt werden. Der Brennstoff sollte demnach immer richtig gelagert und eingesetzt werden.