Bioöl in Ölheizung

Erfüllung
Relevante Paragraphen:
Anerkennung:§ 5.1, 5.4
Definition Biomasse:§ 3 Nr. 10
Kombinationen:§ 11.1, 11.2 Satz 1
Sachkundiger:§ 3 Nr. 11
 
Nachweiserbringung nach § 20:
Vorlage für untere Baurechtsbehörde

Ölheizung mit Bioöl im EWärmeG

Der Einsatz von 10 % Bioöl (bei 90 % fossilem Heizöl) in einer neu installierten Ölzentral­heizung ist speziell in Gebieten, die keine Anschluss­möglichkeit an ein Gas- oder (Nah/Fern)­Wärmenetz haben, eine kosten­günstige Alter­native zur Teil­erfül­lung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes in Baden-Württemberg. Das Bioöl wird im Ge­gen­satz zu Biogas tatsächlich vor Ort ver­brannt. Dement­sprechend muss die Öl­heizung nicht nur dem neuesten Stand der Technik, z. B. mit einem Brennwert­gerät, entsprechen, sondern auch für die Verbrennung von Bioöl geeignet sein.

Das verwendete Bioöl muss die qua­li­ta­tiven An­for­derung­en hin­sicht­lich eines nach­haltigen Anbaus und Her­stel­lungs­prozes­ses er­füllen. Diese werden der­zeit durch die Biomasse­strom-Nachhaltigkeits­verordnung (BioSt-NachV) geregelt, können aber zu­künftig vom Um­welt­ministerium modi­fiziert und an­gepasst werden. Die Ein­haltung dieser Kriterien muss der jeweilige Bioöl-Lieferant seinen Kunden bestätigen.

Klimaschutz: Heizöl stößt leider sehr viele Schadstoffe aus – deutlich mehr als beispielsweise Erdgas. Gas und Öl im Vergleich …

Kombination mit anderen Erfüllungsoptionen

Diese Teilerfüllung wird meist mit einem Sanierungs­fahrplan (5 %) kombiniert, sodass die er­forder­lichen 15 % des EWärmeG erreicht werden.

Gängige Kombinationen: Sanierungsfahrplan, Kellerdeckendämmung, Solarthermie

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Stand der Technik – Bioöl in der Ölheizung

Wie auch bei den Gasheizungen unterscheidet man bei Ölheizungen zwischen Konstant­temperaturkessel, Nieder­temperaturkessel und Öl-Brennwertkessel – als aktuellem Stand der Technik. Eine Ölheizung besteht aus vier Haupt­komponenten. Diese sind der Heizöl­tank, der Heizkessel mit dem Brenner, das nachgeschaltete Heizsystem (Warmwasser und Heizung) und das Abgas­system.

Der Heizöltank dient der langfristigen und kontinuier­lichen Versorgung der Ölheizung mit Brennstoff. Heizöl­tanks gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Man unterscheidet hierbei zwischen standort­gefertigten Tanks, Batterie­tanks und Erdtanks. Standort­gefertigte Tanks können entweder aus Stahl oder Kunststoff bestehen, werden vor Ort verschweißt und können so den örtlichen Platz­verhältnissen angepasst werden. Batterie­tanks dagegen sind vorge­fertigte, meist aus doppel­wandigem Kunststoff oder Stahl bestehende Behälter. Durch Verbindung mehrerer einzelner Behälter können diese zu einem großen Tank zusammen­geschlossen werden. Erdverlegte Heizöl­tanks bestehen aus Stahl oder glas­faser­verstärkten Kunststoffen und werden vollständig oder zum Teil im Boden versenkt. Oben auf dem Öltank befindet sich ein sogenannter Dom-Deckel, der als Einstiegs­öffnung und zur Reinigung dient.

Kessel einer Ölheizung im Keller

Aus dem Öltank wird das Heizöl über Leitungen zum Heizkessel mit dem montierten Öl­bren­ner geleitet. Je nach Hersteller des Ölbrenners gibt es verschiedene Brenner­typen. Die meisten Öl­brenner arbeiten mit einer speziellen Düse, die das Heizöl unter hohem Druck durch ein so­ge­nann­tes Flammrohr in den Brennraum versprüht. Das erzeugte Öl-Nebel-Luftgemisch wird mithilfe einer Zünd­elektrode entzündet und erzeugt so eine gleich­bleibende Flamme. Die erzeugten heißen Ab­gase geben dann im Brennraum und im Kessel­körper die Wärme an die umgebene Wärme­tau­scher­oberfläche ab, die diese an das Heizungs­wasser überträgt. Die Brennwert­heizung nutzt zusätzlich die Kondensations­energie des im Abgas enthaltenen Wasser­dampfes und gibt diese ebenfalls an das Heizungs­wasser ab. Diese Technologie arbeitet somit besonders energie­sparend und senkt durch ver­minderten Heizöl­verbrauch die umwelt­schädlichen CO2-Emissionen. Mehr zur Brennwerttechnik …

Die ent­stehenden Abgase müssen über ein spezielles Abgassystem abgeführt werden. Durch das Absenken der Abgas­temperatur und das Konden­sieren des Wasser­dampfes werden besondere Anforderungen an das Abgas­system gestellt. Damit der bestehende Schornstein nicht durch die Feuchtig­keit geschädigt wird, muss in der Regel ein spezielles Kunststoff- oder Edelstahl­rohr installiert werden. Des Weiteren sollte in unmittel­barer Nähe zum Brennwert­gerät ein Abfluss vorhanden sein, in dem das leicht saure Kondensat abgeführt werden kann.

Hinweis: Die Preise einer Ölbrennwert-Heizung liegen in der Regel zwischen 3.500 € und 6.000 €. Dazu kommen noch Montage­kosten und ggf. weitere Kosten, z. B. bei einer etwaigen Schornsteinsanierung. Angebot für Ölheizung kostenlos einholen …

Bioöl-Gemisch als Brennstoff

Lieferanten des in Ölheizungen verwendeten Heizöl-EL (Extra Leicht, ggf. schwefelarm) bieten häufig auch einige Varianten mit Bioölanteil an. Diese sind in der Regel durch die Bezeichnung Bio 5 oder Bio 10 auf den ersten Blick ersichtlich. Laut einer Studie des VDB kann ein Anteil von 5,9 % Bioöl in jeder Heizung eingesetzt werden, ohne dass eine Anpassung an der Heizungsanlage erforderlich wird – häufig sogar bis 10,9 %. Je nach Hersteller und Baujahr, sollte vor Einsatz geprüft werden, ob die Anlage mit dem Bioöl kompatibel ist oder welche Umbaumaß­nahmen ggf. durchgeführt werden müssen. Informationen hierzu erhält man beim Hersteller der Ölheizung oder dem beauftragten Installateur.

Hinweis: Bio-Heizöl besteht aus Fett­säure­methyl­esther (FAME) und wird wie Biodiesel aus pflanzlicher Biomasse – in der Regel aus Raps und Sonnen­blumen – gewonnen und anschließend chemisch veredelt. Die Kosten sind im Allgemeinen etwas höher als bei Heizöl-EL und unterliegen, schon alleine aufgrund des hohen Anteils an fossilem Heizöl, ebenfalls starken saisonalen Schwankungen.