Auch wenn der ein oder andere von uns noch immer die Hoffnung auf laue Sommer­abende und warme Sonntage am Badesee nicht aufgegeben hat – wir müssen den Tatsachen langsam ins Auge sehen: Letzte Woche war ganz offi­ziell astro­no­mischer Herbst­anfang. Damit ist es von nun an gar nicht mal mehr so abwegig, sich mental auf den Gebrauch der Heizung einzustellen. Um auf das erste Frieren in den eigenen vier Wänden gewappnet zu sein, beschreiben wir, wie so ein Ther­mostat eigentlich funk­tioniert und worauf beim Heizen besonders geachtet werden sollte.

Wie funktioniert eigentlich ein Thermostat?

Grund­sätzlich besteht ein Thermostat aus dem sichtbaren Thermostat­kopf und einem Heiz­körper­ventil. Um hier den Informations­rahmen nicht vollends zu sprängen, beschränken wir uns in unseren Ausführungen auf den Thermostat­kopf. Dieses ist dazu da, die Raumtemperatur zu steuern. Und dieses geschieht auf ganz raffinierte Art und Weise: Der Thermostat­kopf ist nämlich gleichzeitig ein sensibles Fühl­element, welches auf seine äußere Wärme­entwicklung reagiert. Um dieses zu verstehen, muss vorweg genommen werden, dass die auf dem Thermostat­kopf angegebenen Stufen keinesfalls die Geschwindig­keit der Wärme­erzeugung anzeigen, sondern verschiedene Wärme­stufen. Stufe 5 bedeutet dabei, dass eine Raum­temperatur von bis zu 28 Grad erreicht werden kann. Stufe 3 dagegen steht meistens für eine Raum­temperatur von ca. 20 Grad, also der zumeist empfohlenen Temperatur in einem Gebäude.

Und wie erfühlt das Thermostat nun die Raumtemperatur?

In dem Thermostat­kopf befindet sich eine Art Fühl­element in Form einer Aus­dehnungs­masse. Diese dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Nehmen wir nun an, unser Thermostat ist auf Stufe 3, also auf eine gewünschte Raum­temperatur von 20 Grad, eingestellt. Wird die Luft innerhalb des Raumes wärmer als 20 Grad, so dehnt sich die Masse aus und bewegt dabei einen Regulierungs­stift. Dieser drückt durch die Bewegung auf eine sogenannte Stopf­buchse im Heiz­körper. Durch diesen Druck wird das Heiz­körper­ventil geschlossen. Anders­herum bedeutet dass, das sich die Masse bei Kälte zusammen­zieht und somit das Heiz­körper­ventil wieder öffnet. So ist ein intelligenter Heiz­kreis­lauf entstanden, der die Temperatur je nach Einstellung reguliert.

Was bedeutet das für mein Heizverhalten?

Das bedeutet, dass wir uns von dem Gerücht ver­abschieden, ein Raum werde schneller warm, wenn ich die Heizung voll aufdrehe. Durch ein solches Verhalten verursacht man nur unnötige Heiz­kosten. Sinnvoller ist es, das Thermostat im Wohn­zimmer auf Stufe 3 zu stellen und im Schlaf­zimmer auf Stufe 2. So erhält man im Wohn­bereich eine Temperatur von 20 bis 21 Grad und im Schlaf­bereich, von ca. 16 bis 17 Grad. Dabei lässt es sich per Faust­regel ganz gut einschlafen.

Viel diskutiert ist auch die Frage, ob man einen Raum bei längerer Abwesen­heit ganz auskühlen lassen sollte, um Heizkosten zu sparen. Ein Richtig oder Falsch hängt hierbei von der Dämmung des Gebäudes ab. Man sollte aber nicht vergessen, dass eine zu starke Abweichung zwischen Außen- und Innen­temperatur den Schimmel­befall erhöht und, dass es nichts Schöneres gibt, als Durch­gefroren von eisigen Temperaturen draußen in ein gemütlich warmes Wohn­zimmer zu kommen. Hier sollte wohl jeder für sich den richtigen Mittelweg finden.