Der Schorn­stein­feger: Gerade nach dem Jahres­wechsel ist er ganz besonders ver­ankert in unseren Köpfen. Schließ­lich haben wir un­zählige Gruß­karten mit seinem Motiv mit Glücks­wünschen an Freunde ver­geben und kleine Figuren als Glücks­bringer aufge­stellt. Dabei sollten wir aber nicht ver­gessen, dass es nicht die Haupt­aufgabe eines Schorn­stein­fegers ist, uns Glück zu bringen. Klima­könner zeigt, welche Tätig­keiten eigentlich hinter der Berufs­be­zeich­nung stecken, und wie sich das Berufs­feld in den letzten Jahren verändert hat.

Das Schornsteinfegerhandwerk im Überblick

Bis zum Jahr 2013 war das Berufs­feld geprägt durch eine Monopol­struktur. Die da­malige Vergabe­behörde teilte einen Schorn­stein­feger einem bestimmten Bezirk zu und diesen ver­waltete er bis ins Renten­alter. Durch das Auf­kommen des Schorn­stein­feger-Hand­werks­gesetz wurde dieses Mono­pol aber aufge­löst. Inzwischen gibt es neben dem Bezirks­schorn­stein­feger auch freie Schorn­stein­feger, die soge­nannte nicht hoheit­liche Auf­gaben über­nehmen können und sich in ihren Ange­boten am freien Wett­bewerb orientieren. Außerdem unter­liegt die Position des bevoll­mächtig­ten Bezirks­schorn­stein­fegers einem EU-weiten Aus­schreibungs- und Bewerbungs­verfahren. Spätestens alle sieben Jahre wird die Stelle neu aus­ge­schrieben und an einen ge­eigneten Bewerber vergeben. Aufgrund dieser Öffnung des Berufs­feldes hat sich die Anzahl an Dienst­leistern in diesem Bereich stark erhöht. Dennoch beklagen sich viele Betriebe weiter­hin über wett­bewerb­liche Vor­teile des Bezirks­schorn­stein­fegers.

Aufgaben des Schornsteinfegers

Wie bereits oben kurz erwähnt, gibt es soge­nannte hoheit­liche und nicht-hoheit­liche Aufgaben. Allein der bevoll­mächtigte Bezirks­schorn­stein­feger ist dabei berechtigt, die hoheit­lichen, bzw. staat­lich gesetzten Aufgaben zu über­nehmen. Darunter fallen die Inbe­trieb­nahme neuer Feuer­stätten und Schorn­steine, die Feuer­stätten­schau und die Über­prüfung der Brand­sicher­heit. Er ist darüber hinaus die Instanz zur Aus­stellung des Feuer­stätten­bescheids. Dieses amtliche Dokument zeigt auf, welche Kehr-, Mess- und Prüf­aufgaben bis zu welchem Zeit­punkt durch­geführt werden müssen. Dem Haus­eigen­tümer ist dabei frei­gestellt, einen Schorn­stein­feger­betrieb seiner Wahl für diese Tätig­keiten zu berufen.

Vorteile der freien Schorn­stein­feger­wahl: Durch die freie Wahl des Betriebes besitzt der Haus­eigen­tümer nun eine höhere Flexibilität: Wo der Bezirks­schorn­stein­feger oft die Zeit seines Kommens fest­gelegt hat und Auf­schläge bei Wochen­end- und Abend­terminen gefor­dert hat, sind die freien Schorn­stein­feger viel kunden­orientierter aufge­stellt und richten sich weitest­gehend nach den Bedürf­nissen der Gebäude­besitzer. Teilweise können durch den freien Wett­bewerb auch Kosten­ein­sparungen erzielt werden.

All­gemein liegen die Aufgaben des Schorn­stein­fegers in den Bereichen Brand­schutz, Sicher­heit und Umwelt­schutz. Ein Betrieb kann für die Durch­führung der folgenden Tätig­keiten kontaktiert werden:

  • Überprüfung und Messung der Feuer­stätte und Lüftungs­anlage
  • Prüfung der Abgaswege
  • Immissionsmessung
  • Anlagenreinigung
  • Präventionsmaßnahmen bei Brandgefahr

Darüber hinaus sollten Sie mit dem von Ihnen gewählten Betrieb besprechen, zu welchen Tätig­keiten er eben­falls berechtigt ist.

Pflichten des Hauseigentümers

Die Auf­lösung des Mono­pols und die freie Wahl des Betriebes durch den Haus­eigen­tümer hat allerdings auch einige Pflichten mit sich gebracht. So ist der Haus­eigen­tümer dazu ver­pflichtet, die Einhaltung der im Feuer­stätten­bescheid fest­gelegten Fristen selbst zu verwalten. Darüber hinaus muss der Eigen­tümer die Durch­führung der Maß­nahmen seinem zu­ständigen bevoll­mächtigten Bezirks­schorn­stein­feger pflicht­gerecht melden. Werden die Fristen nicht ein­ge­halten, meldet der Bezirks­schorn­stein­feger dieses der zuständigen Bau­behörde, die eine erneute Frist veran­schlagt. Dabei kann es zu erheb­lichen Straf­zahlungen kommen.

Hinweis: Der frei gewählte Schorn­stein­feger muss fachlich zur durch­führung der Tätig­keiten qualifi­ziert sein. Das Schorn­stein­feger­register des Bundes­amtes für Wirtschaft und Ausfuhr­kontrolle (BAFA) listet alle Betriebe auf.

Neuerung des Schornsteinfeger-Handwerksgesetz

Im Jahr 2017 kam es noch einem zu einer Anpassung des Gesetzes. Über ihre Kontroll- und Wartungs­aufgaben hinaus dürfen Betriebe nun auch einige Installations­aufgaben, wie bspw. den Einbau von Abgas­anlagen und Kamin­öfen, übernehmen. Das Gesetz besagt aller­dings, dass der durch­führende Betrieb diese Anlagen dann nicht mehr selbst prüfen darf. Darüber hinaus wurden in dem Gesetz noch weitere Rahmen­bedingungen ange­passt, die unter anderem die Vergabe der Bezirks­schorn­stein­feger-Position betreffen.

Neutrale Beratung zur Wirtschaftlichkeit

Der Schorn­stein­feger ist nicht nur eine durch­führende, sondern auch eine beratende Kraft. So zählt zu seinen Auf­gaben auch die Ein­schätzung der Wirt­schaft­lich­keit von Feuerungs­anlagen, sowie die Prüfung des Wirkungs­grades. Viele Schorn­stein­feger-Betriebe be­schäf­tigen deshalb eben­falls einen Gebäude­energie­berater, der durch eine energetische Vor-Ort-Beratung den Ist-Zustand Ihres Gebäudes aufdeckt und Ihnen so Maßnahmen zur energetischen Verbesserung nahelegen kann.

Warum bringt der Schornsteinfeger eigentlich Glück?
Jeder freut sich, wenn er den Mann in Schwarz sieht. Viele wollen ihn sogar anfassen, um das Glück für einen möglichen Lotto­gewinn zu maximieren. Nur die wenigsten wissen allerdings, wieso der Schorn­stein­feger zum Glücks­bringer erkoren wurde. Um dies zu klären begeben wir uns auf eine kleine Zeit­reise: Damals, als die Häuser noch mit Stroh gedeckt waren, kam es häufig zu Haus­bränden, die durch verunreinigte Schornsteine verursacht wurden. Durch das Kehren des Schorn­steins konnte diesen Bränden vorge­bäugt werden. Haus­be­sitzern mit gereinig­ten Schorn­steinen wurde also durch den Besuch des Schorn­stein­fegers ein brandfreies Glück zuteil.