Im Ange­sicht des Klima­wandels wird Kohlen­dioxid, sprich CO2, verteufelt. Aber ganz so einfach ist das nicht! Die Welt braucht schließ­lich auch CO2. Es gehört auf die Erde und es ist ein wichtiger Bestand­teil der lebens­erhalten­den Prozesse. Wir Menschen atmen Kohlen­dioxid aus und die Pflanzen nehmen es auf, um den für uns wichtigen Sauer­stoff zu produ­zieren. Auch als Treib­haus­gas ist es wichtig für unsere Atmos­phäre. Ohne Treib­haus­gase würde die Wärme der Erde näm­lich gänzlich verloren gehen. Die Gase sorgen also dafür, dass sich eine Art Decke bildet, die die Wärme auf der Erde hält. Dadurch, dass diese Decke aber immer dicker wird, wird es auch immer wärmer - Es kommt zum Klima­wandel. Über Tausende von Jahren hin­weg, hat der CO2-Kreis­lauf für eine relativ stabile Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre gesorgt. Der Mensch hat durch erhöhte Emissionen des Gases dieses Gleichgewicht gestört und den Klima­wandel somit aus­gelöst. Glück­licher­weise hat die Gesell­schaft dies erkannt und mittler­weile setzen sich auch viele Einzel­personen dafür ein, ihren eigenen CO2-Ausstoß zu ver­ringern.

Baum pflanzen und CO2 ausgleichen

Beliebter als CO2 ein­zu­sparen scheint aber oft der persön­liche CO2-Ausgleich zu sein. Auch wenn wir es uns häufig nicht bewusst machen: Bäume erhalten den Großteil ihrer Masse aus der Luft und nicht dem Boden. Deshalb sind Sie die bekannteste Methode um CO2 aus der Atmosphäre wieder einzufangen.

Mittler­weile bieten einige Internet­seiten sogar Rechner an, mit denen man ermitteln kann, wie viele Bäume man pflanzen müsste, um die CO2-Emission für einen Flug von Stuttgart nach Mallorca oder für den Verzehr bestimmter Nahrungs­mittel auszu­gleichen.

Dabei gilt aber: Baum ist nicht gleich Baum! Wie viel Kohlen­dioxid ein Baum der Atmos­phäre entzieht, hängt ebenso von seiner Art ab, wie auch von seinem Alter und seiner Holz­dichte. Auch externe Faktoren, wie das Klima und der Wald­boden, haben eine Aus­wirkung auf die CO2-Aufnahme und Um­wand­lung. Buchen haben bspw. eine höhere Holz­dichte als Fichten und setzen deshalb mehr Kohlen­dioxid um.

Hinweis: Oft wird davon gesprochen, dass Bäume Kohlen­dioxid binden. Das ist sprach­lich nicht ganz richtig. Denken wir einmal an unseren Biologie-Unterricht in der Schule zurück, genauer gesagt an das Kapitel Photo­synthese. Für den Aufbau von Bio­masse benötigen Pflanzen ledig­lich den Kohlen­stoff (C) und setzen den Sauer­stoff wieder frei. Deshalb binden Bäume kein Kohlen­dioxid, sondern Kohlen­stoff. Um zu errechnen welchem CO2-Gehalt der gebundene C-Gehalt des Baumes ent­spricht, muss man diesen mit einem Faktor von 3,67 multi­plizieren.

Die bayrische Landes­anstalt für Wald und Forst­wirtschaft (LWF) hat einmal Fichten, Buchen, Kiefern und Eichen in Bezug auf Ihre Kohlen­dioxid-Umsetzung verglichen. Hierfür benötigten sie die Größe und den Brust­höhen­durch­messer (1,3 m) eines Baumes. Um eine Vor­stellung davon zu bekommen, wie viel CO2 nun durch einen Baum umgesetzt wird, nennen sie folgendes Bei­spiel: Eine Fichte von 25 m Höhe und 45 cm Brust­höhen­umfang hat ungefähr 1.800 kg CO2 umgesetzt. Bei Kiefern, Buchen oder Eichen kann dieser Wert aber wieder vari­ieren. Es wird also deutlich, dass die anfangs erwähnten CO2-Rechner im Internet lediglich Schätzungen abgeben. Die meisten rechnen mit einem durch­schnitt­lichen CO2-Umsatz von 10 kg Kohlen­dioxid pro Baum und Jahr. Relevant ist darüber hinaus dann auch, was mit dem Baum letzt­end­lich passiert. Wird er verbrannt oder wird sein Holz bspw. im Haus­bau weiter verwenden? Bekannt ist nämlich, dass auch verbautes Holz Kohlen­stoff speichert.

Holz als Klimaschützer

Zwar senkt Holz nicht aktiv den Kohlen­stoff­dioxid-Anteil der Atmos­phäre, doch fungiert es während seiner gesamten Lebensdauer als Kohlenstoffspeicher. Der Kohlen­stoff, den der Baum bereits eingelagert hat, wird auch im Holz weiter ge­speichert. Insgesamt kann man hier von ungefähr 1 Tonne Kohlen­stoff pro Kubik­meter Holz ausgehen. Wird das Holz dann verbrannt, wird der Kohlen­stoff wieder an die Atmos­phäre abgegeben. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Holz mehr­fach stoff­lich zu nutzen, sprich zu recyclen, bevor man es dann bspw. zur Wärme­erzeugung ver­nichtet.
Holz ist aber nicht nur als Kohlen­stoff­speicher ein wichtiger Klima­schützer, sondern auch aufgrund der Substi­tution anderer Materia­lien. Unter dem Substitu­tions­effekt versteht man die Kohlen­stoff­dioxid-Ein­sparung, die dadurch erzielt wird, das Holz anstelle von anderen Materia­lien einge­setzt wird. Als Beispiel soll hier der Haus­bau dienen: Anstelle von Holz könnte auch an vielen Stellen Stahl verbaut werden. Für dessen Produktion wird im Werk aller­dings sehr viel Energie benötigt, wodurch CO2 verursacht wird. Die Initiative HolzProKlima, die über den positiven Beitrag von Holz im Ange­sicht des Klima­schutzes aufklärt, verdeut­licht dieses anhand des Beispiels eines Dach­stuhls. Wird dieser aus Holz gebaut, speichert er aufgrund des Materials alleine bis zu 8,4 Tonnen CO2. Beziehen wir den Substitutions­effekt mit ein, kann man von über 18 Tonnen Ersparnis ausgehen, da das Kohlen­stoff­dioxid bewahrt wird, welches bei der Produktion für andere Materialien ent­standen wäre. So wird deutlich, dass Holz einen großen Beitrag zum Klima­schutz leisten kann und wir es als wichtigen Roh­stoff anerkennen müssen. Ganz besonders relevant ist deshalb ein nach­haltiger Umgang mit diesem wert­vollen Material.

Der Kohlenstoffspeicher Wald

Auch findet man im Internet regel­mäßig Zahlen, die den Kohlen­dioxid-Umsatz von Wäldern versuchen zu beziffern. Wieder handelt es sich um reine Schätz­werte. Alle verschiedenen Alters­klassen der Bäume in einem Wald grob berück­sichtigt könne man von einer Kohlen­dioxid-Neutrali­sierung von 13 Tonnen pro Jahr bei einem Hektar Wald sprechen. Schätzungen zufolge binden alle Wälder rund die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlen­stoffs in ihrer Bio­masse. Hinzu kommt der Kohlen­stoff, der in den Wald­böden festgesetzt wird. Ganz besondere Klima­schützer sind dabei die Tropen­wälder. Da sie einen besonders hohen Biomasse-Anteil besitzen, speichern sie auch eine erheb­liche Menge des Treib­haus­gases. Darüber hinaus wandeln Bäume Sonnen­energie in Wasser­dampf um und kühlen somit ihr Umfeld. Sie funktio­nieren also wie eine Klima­anlage für unsere Atmos­phäre. Was in vielen Berichten über die Funktion dieses Öko­systems außen vorge­lassen wird, ist, dass Wälder in ihrer Ursprungs­form eine neutrale Klima­bilanz haben. Schließ­lich geben die Bäume durch ihren Verfall und durch den Laub­abwurf auch wieder Kohlen­stoff an die Umwelt ab. Darüber hinaus betreiben Pflanzen nachts keine Photo­synthese, sondern Zell­atmung. Dabei wird Sauerstoff benötigt und Kohlen­stoff­dioxid und Wasser abge­geben. Dennoch sind sie als Kohlen­stoff­senker und -speicher sehr wichtig für unsere Atmos­phäre. Der Schutz der Wälder muss demnach einen hohen Stellen­wert in Bezug auf den Klima­schutz haben.