Mieter­strom­modelle hat es auch schon vor der Einführung des Mieter­strom­zuschlags gegeben. Diese wurden zwar indirekt gefördert, waren aber nur in den seltensten Fällen wirklich wirtschaftlich für Vermieter und Mieter. Dank der direkten Förderung durch den Mieter­strom­zuschlag soll sich dieses aber künftig ändern. Hinweis: Die indirekte Förderung entsteht dadurch, dass Netzentgelte, Konzessionsabgaben, weitere Umlagen und auch die Stromsteuer bei Mieterstrom nicht erhoben werden.

Der Mieterstromzuschlag

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 wurde festgehalten, dass Strom, der aus einer auf einem Wohngebäude installierten Solaranlage stammt und direkt geliefert wird, künftig eine Förderung erhält. Diesen Zuschlag soll der Betreiber eben dieser Anlage erhalten. Der Mieterstromzuschlag orientiert sich dabei an den im Gesetz verankerten Einspeisevergütungen abzüglich eines Abschlags und ist von der Größe der Photovoltaikanlage abhängig. Voraussichtlich befindet sich die Förderung in einem Bereich zwischen 2,2 Cent/kWh und 3,8 Cent/kWh. Der Strom, der von den direkt belieferten Mietern nicht benötigt wird, kann in das allgemeine Versorgungsnetz eingespeist werden.

Hinweis: Nur Anlagen, die mit oder nach der Einführung des Gesetzes in Betrieb genommen wurden, sind förderungswürdig. Außerdem ist die Förderung erst zulässig, wenn sie von der Europäische Kommission abgesegnet wurde. Darüber hinaus ist eine Anmeldung der Anlage bei der Bundesnetzagentur Voraussetzung für den Erhalt des Zuschlags.

Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodellen

Durch die Einführung des Mieterstromzuschlags sollen zwei Ziele erreicht werden. Zum einen sollen auch Mieter unmittelbar an der Energiewende teilhaben können. Zum anderen soll so der Anteil an Photovoltaikanlagen in Deutschland erhöht werden. Dabei steht im Fokus, dass nicht nur Vermieter, sondern auch Mieter von dem Konzept der Mieterstrommodelle profitieren. Dennoch ist die Wirtschaftlichkeit eines jeden Modells stets situationsabhängig. Darauf verweist auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Austausch mit Klimakönner:

„Ob sich ein Mieterstrommodell lohnt hängt immer auch von den konkreten Gegebenheiten im Einzelfall ab. Die Mieterstromförderung ist aber so berechnet, dass der Vermieter dem Mieter im Regelfall einen guten Strompreis anbieten kann und selber eine angemessene Rendite erwirtschaftet. Zum Schutz des Mieters ist geregelt, dass der vereinbarte Strompreis 90 Prozent des in dem jeweiligen Netzgebiet geltenden Grundversorgungstarifs nicht übersteigen (§ 42a Absatz 4 EnWG) darf.“Pressestelle des BMWi

Es wird deutlich, dass die direkte Förderung eine neue Generation der Mieterstrommodelle ins Leben rufen könnte. Nachdem sich das Konzept durch die indirekte Förderung kaum gelohnt hat, werden nun Vermietern neue Anreize geschaffen, um Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer Miethäuser zu installieren. Eine Entwicklung, die dann auch den Mietern zu Gute kommt – und das sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Eine weitere Frage, die Klimakönner beschäftigt hat war auch, ob sich die Konzepte bereits bei Häusern mit nur wenigen Parteien lohnen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stand hierzu ebenfalls Rede und Antwort:

„Es gibt hier keine Faustregel. Auch hier hängt es von den Umständen des Einzelfalls ab. Da der Mieterstromzuschlag an der bestehenden Größendifferenzierung als Abschlag ansetzt, erhalten kleine Anlagen auf Wohnhäusern mit weniger Mietparteien einen höheren Mieterstromzuschlag als große Anlagen, denn die Kosten nehmen mit steigender Anlagengröße ab. Insofern sind die Anreize entsprechend der Größe des Gebäudes differenziert.“Pressestelle des BMWi

Mieterstrommodelle sind somit ein Konzept, dass es auch Mietern ermöglicht aktiver Bestandteil der Wärmewende zu werden. Erwähnenswert ist an dieser Stelle allerdings noch einmal, dass es weiterhin eine aktive Entscheidung eines jeden bleibt: Selbst, wenn der Vermieter eine Photovoltaikanlage auf dem Mietsdach installiert und Mieterstrom anbietet, kann der Mieter seinen Stromanbieter weiterhin frei wählen.


Wir bedanken uns bei der Pressestelle des Bundeswirtschaftsministeriums für die schnelle und ausführliche Beantwortung aller unserer Fragen zum Thema Mieterstromgesetz.