Das Szenario: Es ist Freitag. Die Sonne scheint und Sie steigen nach der Arbeit in Ihr aufgeheiztes, schwarzes Auto. Was Sie die Schweißperlen auf Ihrer Stirn vergessen lässt, ist der Gedanke an das eiskalte Bier, das im Kühlschrank auf Sie wartet. Um Ihren Feierabend perfekt zu machen, müssen Sie jetzt nur noch kurz in den nächsten Supermarkt springen und Grillkohle sowie Würstchen besorgen.

Das Problem: Sie haben dabei nicht nur Ihre schwitzige Stirn, sondern auch Ihre Ökobilanz gänzlich vergessen.

Damit Sie ihr Grillgut umweltfreundlich und ganz ohne schlechtes Gewissen gegenüber dem globalen Klimaschutz genießen können, geben wir Ihnen hier ein paar Tipps zur Emissionseinsparung beim Grillen.

Der Holzkohlegrill – geschmacklich top, klimatechnisch flop

Im Sommer ist der Holzkohlegrill der beste Freund des Mannes – aber leider nicht des Klimaschutzes. Mit 6,7 kg verursacht Holzkohle nämlich eine fast dreimal so starke CO2-Emission wie ein Gasgrill. Auch Elektrogrills schneiden im Hinblick auf den Ausstoß von schädlichen Klimagasen deutlich besser ab, als die Holzkohle-Variante. Vor allem, weil man hier die Möglichkeit besitzt auch noch Ökostrom einzusetzen. Wenn Holzkohle für Sie zu einem gelungenen Grillabend einfach dazugehört, können Sie auch hier ein paar Dinge beachten, um möglichst umweltfreundlich zu brutzeln: Achten Sie zum Beispiel darauf, dass Ihre Holzkohle aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung kommt. Ein Merkmal hierfür ist das FSC-Siegel. Außerdem sollten Sie anstelle von Spiritus nachhaltige Grillanzünder wie Kokosbriketts, Zapfen oder Fallholz verwenden.

Das Grillgut - der Klimakiller

Nach einer Studie des TÜV Rheinland ist aber nicht der Grilltyp entscheidend für eine positive Ökobilanz beim Grillen, sondern das, was letztendlich auf dem Teller landet. Das Ergebnis dieser Studie zeigt nämlich, dass 95 % der Emissionen durch das Grillgut verursacht werden. Bezieht man den gesamten Lebenszyklus eines 200 g-Rindfleischstücks mit ein, so werden dadurch 2,9 kg CO2-Äquivalente ausgestoßen. Bei einem ebenso großen Stück Grillkäse sind es 1,9 kg Kohlendioxid-Äquivalente. Grund dafür ist unter anderem die hohe Methanausgasung von Kühen. Bei Fleischimporten aus Übersee wirkt sich zusätzlich dazu noch der Transportweg negativ auf die Ökobilanz aus. Greifen Sie also bestmöglich auf heimische Fleischprodukte zurück oder legen Sie mal einen vegetarischen Grillabend ein. Das Grillen von mehr Gemüse hilft nämlich, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu minimieren. Gegrillter Mais entspricht bspw. nur 50 g CO2-Äquivalenten.

Und noch ein eiskaltes Bierchen dazu?

Es gilt: Greifen Sie zur Flasche und nicht zur Dose. Natürlich hat auch eine eiskalte Bierdose ihren Charme bei einem gemütlichen Grillabend. Möchten Sie aber möglichst umweltfreundlichen genießen, sollten Sie trotz Recycling auf Dosen verzichten und auf wiederverwendbare Glasflaschen zurückgreifen. 1.000 Liter Dosenbier entsprechen nämlich über 200 kg CO2-Äquivalenten; Glasflaschen dagegen entsprechen keinen 100 kg. Trinken Sie also 2 Liter Dosenbier, verursachen Sie dadurch sozusagen ca. 450 g CO2-Äquivalente.

3 Stück Rindfleisch + 2 l Dosenbier = 9,15 kg CO2-Äquivalente

2 Stück Rindfleisch + 1 Maiskolben + 2 l Flaschenbier = 6,4 kg CO2-Äquivalente

Möge die Grillsaison beginnen

Ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ können Sie auch durch ganz kleine Achtsamkeiten viel zum Klimaschutz beitragen:

  1. Wenn Sie das nächste Mal am naheliegenden Badesee grillen, es langsam dämmert und Sie Ihre sieben Sachen packen, dann nehmen Sie doch auch Ihre Pfandflaschen mit. Auch wenn es manchmal sehr verlockend ist, die Überreste in die nächste Tonne zu werfen – das Klima wird es Ihnen danken.

  2. Sie sind ein Fan von Grillspießen? Auch bei Holzstäben gibt es Varianten mit dem oben erwähnten FSC-Siegel. Oder Sie verwenden wiederverwendbare Metallspieße. Die müssen Sie aber dann auch wirklich fleißig einsetzt, schließlich werden sie unter einem hohen Energieaufwand hergestellt.

  3. Eine leckere Folienkartoffel schmeckt zum Würstchen doch besonders gut. Trotzdem gilt: Aluminium bedarf bei der Produktion eines hohen Energieaufwandes. Nutzen Sie Aluminiumfolie also möglichst sparsam. Alu-Schalen können sogar erneut eingesetzt werden – oder Sie greifen gleich auf eine kleine Gusspfanne zurück.

Auch beim Grillen kann man also durch ein bisschen Achtsamkeit ganz einfach das Klima schonen, auch wenn das vielleicht bedeutet, dass Sie das dritte Stück Fleisch durch einen gegrillten Maiskolben eintauschen müssen.

Entstauben Sie den Grill, öffnen Sie sich Ihr gekühltes Flaschenbier und beachten Sie unsere kleinen Klimaschutz-Tricks. Damit erklärt Klimakönner die nachhaltige Grillsaison als eröffnet!