11. September 2018, 12:08 Uhr: Es leben 7.649.299.529 Menschen auf dieser Erde.

Diese Infor­mation bezieht Klima­könner von der Deutschen Stiftung Welt­bevölkerung (DSW), die auf ihrer Home­page einen Live-Ticker Welt­bevölkerung inte­griert hat. Und dieser Live-Ticker hat mehr zu tun, als der Fifa-Ticker beim WM-Halb­finale Deutsch­land – Brasilien im Juli 2014. Schließ­lich wächst die Welt­be­völkerung im Durch­schnitt um 2,6 Bewohner pro Sekunde. Wenn Sie sich jetzt fragen, was das mit dem Thema Energiewende zu tun hat, dann hier ein kleiner Denk­anstoß: Mehr Menschen = mehr benötigte Energie. Schließ­lich werden dann auch mehr Häuser gebaut, in denen Strom und Wärme ver­braucht wird, mehr Autos ge­kauft und bewegt und natür­lich muss deshalb auch viel mehr Energie produ­ziert werden. Hierbei stößt der Mensch auf das Problem der End­lich­keit vieler Energie­träger. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch undenk­bar, dass Roh­stoffe wie Kohle oder Öl ein­mal aufge­braucht sein könnten. Heute sieht das schon ganz anders aus. Man hat nicht nur gemerkt, dass Roh­stoffe zur Neige gehen können, sondern auch, dass die Energie­produktion durch viele Roh­stoffe sehr klima­schädlich ist.

Die Lösung: klima­neutrale, erneuer­bare Energien müssen ver­stärkt genutzt werden!

Mammutaufgabe Energiewende

Es wird deut­lich: Die Welt und all ihre mensch­lichen Be­wohner müssen zum Um­denken bewegt werden. Aber halt: Um­denken ist nicht genug, um diese Mammut­auf­gabe zu lösen: Auf neue Gedanken müssen eben auch neue Taten folgen. Dieses soll durch die Energie­wende erreicht werden. Schließ­lich ist es eine Not­wendig­keit, dass die folgenden Aspekte unter einen Hut ge­bracht werden:

  • Immer mehr Menschen müssen mit Energie versorgt werden.
  • Die Energie­erzeugung muss sich weg von fossilen und hin zu erneuer­baren Energie­trägern ent­wickeln.
  • Die Emission von Treib­haus­gasen muss redu­ziert werden.

Das Para­doxon ist damit klar: Wir müssen mehr Energie produ­zieren und das unter Einsatz weniger Ressourcen und auf eine klima­freund­lichere Art und Weise. Das klingt doch wirk­lich nach David trifft Goliath. Nur, dass der Mensch eben nicht nur David ist, sondern auch noch Goliath.

Reicht Aufklärung aus?

Wie bereits oben erwähnt, war die aus­reichende Bereit­stellung von Energie vor ein paar Jahren eine Selbst­verständ­lich­keit in Industrie­ländern wie Deutsch­land, die nun als gute Bei­spiele voran­gehen sollen. Für die ältere Generation sind die Energie­wende und die mit ihr einher­gehenden Restrik­tionen deshalb nur schwer greifbar. Der herr­schende Tenor lautet schlicht und einfach „Wo Energie ist, wird auch immer Energie sein“. Und ganz ehr­lich: Ich kann diesen Gedanken gut ver­stehen. Er steckt schließ­lich nicht nur unter­bewusst in den Köpfen der Eltern und Groß­eltern, sondern auch in denen der jüngeren Leute, die doch eigent­lich wissen müssten, wie wichtig es ist, den eigenen CO2-Fußab­druck zu redu­zieren.

Viel­leicht ist aber auch nicht Un­wissen­heit der größte Gegner der Energie­wende, sondern Renitenz. Energie­wende wird schließ­lich durch all die neuen Gesetze primär mit Pflichten als mit aktiven, frei­willigen Entschei­dungen ver­bunden. Dabei hat die Regierung die ent­sprechenden Regelungen ins Leben gerufen, um die Menschen in die richtige Richtung zu lenken und nicht, um sie zu verärgern.

Hier die wichtigsten Gesetze im Überblick:

  • Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG)
  • Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG)
  • Die Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • Das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG)

Auch, wenn diese Gesetze auf den ersten Blick wie reine Nerven­killer wirken, die nur dazu da sind, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, sind sie ganz objektiv gesehen ein Segen für die Welt und lang­fristig auch bares Geld für die eigene Tasche.

Energiewende: Was kann ich tun?

Ganz gezielt schreiben wir hier „was KANN ich tun“ und nicht, „was MUSS ich tun“. Die Gesetze der Energie­wende bereiten Ihnen näm­lich nicht nur Probleme und leeren Ihr Konto, sondern bergen auch die ein oder andere Chance. Hier ein paar konkrete Beispiele:

Der Heizungstausch:

Nach aktuellem Gesetzes­stand sind Sie dazu ver­pflichtet, Heiz­kessel, die mit Gas oder Öl betrieben werden, nach einer Laufzeit von 30 Jahren zu erneuern. Seien Sie ehrlich, eigent­lich wissen Sie doch, dass der Gesetz­geber diese Pflicht nicht einge­führt hat, um die Handwerksbranche wieder anzukurbeln, sondern um die Zahl, nicht-wirtschaftlich laufender Anlagen im Betrieb zu minimieren. Für Sie heißt das zwar im ersten Schritt eine größere Investition zu tätigen, lang­fristig sparen Sie aber Energie und Geld!

Handlungs­empfehlung 1: Setzen Sie sich ausgiebig mit dem Thema Heizungs­tausch aus­einander. Die richtige Heizung kann Ihnen viele Ein­sparungen er­bringen. Deshalb lohnt es sich, nicht einfach die günstigste Variante zu wählen.

Einsatz Erneuerbarer Energien

Sie müssen die Heizung erneuern? Dann denken Sie doch einfach darüber nach, selbst Wärme zu erzeugen. Die Installation von Solarthermie auf dem eigenen Dach ist heutzu­tage eine attraktive Möglich­keiten. Oder wollen Sie Ihrer Gas­heizung doch treu bleiben? Auch hier kann man etwas tun: Haben Sie erst einmal ein effektiv laufendes Heiz­system, fällt es schließlich schon viel leichter, an den Einsatz der etwas teureren Erneuer­baren Energien zu denken. Nutzen Sie die Chancen, die die Liberali­sierung des Energie­marktes auf­getan hat. Sie können Ihren Gasanbieter nämlich frei wählen. Ein Wechsel ist dabei ganz einfach und der Ein­satz von Biogas auch noch Balsam für die Seele.

Handlungsempfehlung 2: Legen Sie Ihre Wechsel­träg­heit ab: Natür­lich ist es bequem, beim ört­lichen Stadt­werk in Be­lieferung zu bleiben. Aber werfen Sie doch wenigstens einmal einen Blick auf die Alterna­tiven. Vielleicht finden Sie so ja einen nach­haltigen An­bieter, der zu Ihnen passt.

Die Dämmung

Wohnst du noch oder dämmst du schon? Die EnEV schreibt näm­lich in bestimmten Fällen eine Pflicht zur Dämmung vor. Bevor Sie jetzt die Nullen auf Ihrem Konto schwinden sehen, denken Sie lieber an die Nullen, die nach einer Dämmung durch die Ein­sparung von Energie­kosten wieder hinzu­kommen. Schließlich sparen Sie einiges an Kosten, wenn im Winter weniger Wärme durch Ihr Dach oder Ihre Wände verloren gehen. Und dann heißt es nämlich „dämmst du noch oder lebst du schon?“

Handlungs­empfehlung 3: Sie sind ver­pflichtet zu dämmen oder sehen die Not­wendig­keit bei Ihrer Immo­bilie? Dann raten wir Ihnen noch ein kleines bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen und zuerst eine energetische Vor-Ort-Beratung in Anspruch zu nehmen. So identifi­zieren Sie nämlich explizit die für Ihr Haus optimalen Dämm­maß­nahmen.

Fördern und gefördert werden

Und die letzte Handlungs­empfehlung im Zeit­alter der Energie­wende und Energie­gesetze, der wir besonderen Nach­druck ver­leihen möchten, ist: Nutzen Sie Förder­möglich­keiten. Der Gesetz­geber lässt Sie mit all den neuen Regelungen nämlich nicht im Regen stehen. Es gibt diverse Förder­programme, die Sie dabei unter­stützen sollen, die Energie­wende aktiv mit­zu­ge­stalten. Das heißt: Fördern Sie Erneuer­bare Energien, werden Sie ge­fördert!

Ja, die Energie­wende trägt ihr Preis­schild, das heißt aber noch lange nicht, dass Sie nicht die ein oder andere Rabatt­aktion für Sie bereit­hält!