Biomethan-Nachweis wird im EWärmeG verlangt

Nach dem Austausch Ihrer Heizanlage sind Sie zu einem Biogasanbieter gewechselt. Alles hat reibungslos funktioniert, aber als Sie das Schreiben zur Nachweis­pflicht in den Händen halten, rutscht Ihnen doch glatt das Herz in die Hose: Von Biogas ist keine Rede mehr – nach Bio­methan wird nun gefragt. Bevor Sie jetzt panisch zum Telefon­hörer greifen und Ihren Bio­gas­anbieter anrufen, atmen Sie tief durch und lesen sich diesen Beitrag in Ruhe durch.

Biogasanbieter versorgen Kunden mit Biomethan

Biomethan wird umgangs­sprach­lich als Biogas bezeichnet! Biomethan ist zwar der technisch richtige Begriff, wirkt jedoch sperrig, und wird deshalb im Sprach­gebrauch selten verwendet. Möchte man sich ganz korrekt ausdrücken – und vor den Nach­barn mit dem eigenen Wissen glänzen – dann spricht man fortan nur noch von dem Bezug von Biomethan. Ganz allgemein hat sich aber der Gebrauch des Wortes Biogas bereits stark eingebürgert.

Wir Klimakönner sprechen somit auch von Bio­gas­tarifen, obwohl mit unserem 10 % Biogas natürlich eine Bei­mischung von Bio­methan in das fossile Erdgas gemeint ist. Man sollte sich also von diesen Begriff­lich­keiten nicht verunsichern lassen. Trotzdem ist es natürlich nicht verkehrt, sich genau mit dem Angebot des eigenen Bio­gas­anbieters auseinander zu setzen und zu prüfen, ob das Wärmegesetz auch wirklich erfüllt wird.

Vorsicht: Nicht nur der ungewöhnliche Begriff Bio­methan erschwert die Wahl des richtigen Anbieters. Viele Versorger bieten auch Klimagas/Ökogas an. Diese Erdgasformen sind im EWärmeG jedoch gar nicht anerkannt und können Strafen zur Folge haben.

Und was ist Biorohgas und Bioerdgas

Das Gas, welches in einer Bio­gas­anlage produziert wird, ist in seiner Ursprungsform Biorohgas. Es wird durch Fermentierung, also die Vergärung von Bio­masse, gewonnen. Dabei ähnelt es dem fossilen Erdgas, enthält aber zumeist größere Mengen an Kohlen­dioxid und Wasser­stoff. Teil­weise beinhaltet es sogar giftige Komponenten wie Schwefel­wasser­stoff und Ammoniak. Diese Stoffe werden in der Regel aber unmittelbar nach der Erzeugung abgetrennt. Das erzeugte Gas hat auch nach der ersten Reinigung noch nicht die Qualität und den Heiz­wert von Erdgas. Je nach Ausgangsbiomasse besitzt es einen Methananteil von 45 - 70 %. Erdgas dagegen enthält mehr als 85 %. Das Gas wird dann durch verschiedene Verfahren ge­reinigt, ent­schwefelt und getrocknet und der Methan­gehalt wird auf den von Erdgas an­ge­hoben. Das auf Erdgas-Qualität veredelte Biorohgas kann somit in das normale Gasnetz eingespeist werden und wird als Biomethan oder Bioerdgas bezeichnet. Diese beiden Begriffe werden oft synonym verwendet. Die Bezeichnung „Biomethan“ wird dabei aber immer populärer und das Wort „Bioerdgas“ verschwindet langsam aus dem Sprachgebrauch.